Bali, Indonesien (Tag 152 – 187)

Mich gibt es noch! 🙂 Gestrandet im Alltagschaos in Australien. Mit viel Verspätung kommt endlich mein Blog von Bali online.

Bali ist eine indonesische Insel, die für ihre bewaldeten Vulkanberge, die typischen Reisfelder, Strände und Korallenriffe bekannt ist. Auf der Insel befinden sich viele religiöse Stätten. Bekannt ist die Insel auch für ihre Yoga- und Meditationsurlaube.

  • Transport

Mit einer unfreiwilligen Nacht in Kuala Lumpur ging es mit einem Tag Verspätung endlich nach Bali. Der dreieinhalb stündige Flug verging durch meine Müdigkeit zum Glück ziemlich schnell. In Bali angekommen ging es durch die Immigration, bevor ich nach meinem Fahrer Ausschau hielt. Doch es war niemand dort, na toll.

Wo war der Treffpunkt?!

Also bin ich erstmal zum Informationsschalter gegangen und habe dort wie vereinbart gewartet. Keine fünf Minuten später hielt mir auch schon ein Mann ein Schild unter die Nase. Sandra? Ja! Dann mal los ins Auto.

Ausgerechnet an dem Tag fing die Zeremonie zu deren Feiertag in drei Tagen an und somit zog sich der eh schon zähe Verkehr noch mehr. Ganze 1 1/2 Stunden haben wir vom Flughafen nach Canggu gebraucht aber was soll’s, ich musste ja nicht selbst fahren und das wollte ich auch um Himmels Willen nicht. Roller über Roller, die sich überall durchschlängelten, sei es auch im Gegenverkehr.

  • Solid Surf & Yoga House

Für mich stand schon immer fest, dass wenn ich mal nach Bali reise, dass ich dort in ein Surf & Yoga Haus möchte. Der Preis passte zwar nicht wirklich in mein Tagesbudget aber da dies mein letztes Land in Asien ist bevor ich dann nach Australien fliege und dort nach einem Job Ausschau halte, war dies dann doch drin. Man gönnt sich ja sonst nichts und die letzten Monate war ich teilweise wirklich sehr sparsam und habe bewusst Abstriche gemacht.

Eine Woche vor Abflug, also recht kurzfristig, habe ich mich entschlossen. Und somit stand eine komplette Woche an, die quasi schon geplant war. Eine Woche in ein und demselben Bett, Luxus. Der Tag startet um 07:30 Uhr mit einer Stunde Yoga, im Anschluss geht es weiter zum Frühstück. Hier kann aus vier verschiedenen Varianten ausgewählt werden: Obst mit Joghurt & Granola, Bananenpancakes, Omlett/Spiegelei mit Brot oder das landestypische Reisgericht „Nasi Goreng“.

Um 10 Uhr startet der Surftag. Mit den Surfbrettern aufs Autodach geschnallt geht es los Richtung Strand. Zu welchem genau ist von Tag zu Tag unterschiedlich, je nachdem wo die Wellen, Strömungen besser für uns „Anfänger“ sind. Die meiste Zeit waren wir am „Kuta oder Seminyak Beach“. Das Schöne ist, dass es dort wirklich nur Sandboden gibt und man sich beim Fallen nicht um irgendwelche Steine im Wasser Gedanken machen muss.

Am ersten Tag gab es für uns Neulinge eine kurze Einführung wie wir auf dem Brett zu stehen und uns zu verhalten haben. Gesagt getan, probieren geht über studieren und so wurde nicht lange gefackelt: ab ins Wasser.

Relativ schnell wurde mir klar, wie schwach ich doch in den Armen bin. Puh war das Paddeln anstrengend aber was soll’s, man will ja nicht mit der nächsten Welle wieder nach vorne gespült werden. Unsere Surflehrer haben uns nach und nach angewiesen und uns in die Wellen geschoben. Mal klappt das Aufstehen relativ gut und mal landete man einfach nur im Wasser. Ganz dem Motto Übung macht den Meister.

Mit einer viertelstündig eingebauten Trinkpause war das Surfen meistens gegen 13:00/13:30 Uhr vorbei, je nachdem wie das Wetter oder eher der Wind und die Wellen mitgespielt haben. Dies kann von Minute auf Minute umspringen. Zu 90 % haben wir dann noch eine 45 minütliche Pause am Strand gemacht (für Mittag oder einfach nur zum Ausspannen) bevor wir wieder vollbeladen zum Surfhaus gefahren sind.

(warten auf gute Wellen)

Je nachdem wie der Verkehr war waren wir gegen 15 Uhr zurück. Dann hieß es nur noch Surfbretter vom Auto laden und Freizeit. Um 17:30 Uhr wurde wieder eine Stunde Yoga im Haus angeboten, an der man teilnehmen kann oder auch nicht.

Und so verliefen die Tage von Montag bis Samstag und die Zeit verstrich. Sonntags ist Ruhetag was bedeutet, dass kein Yoga oder Surfen stattfindet. Was in der Regel auch nicht verkehrt ist, denn samstags ist Partytag. Naja, zumindest wird im Surfhaus am Samstagabend ein BBQ angeboten im Anschluss mit Livemusik. Und es könnte nicht gemütlicher & familiärer sein, wenn sich die Surflehrer und Gäste auf den Boden verteilen und zusammen zu den auf der Gitarre angestimmten Liedern singen. Biere und Cocktails gehen natürlich auch über die Theke, bis gegen 23 Uhr der Aufbruch stattfindet. Und hier gilt: wer mag geht mit und wer nicht bleibt dort, gezwungen wird hier niemand.

Der Sonntag lädt dann zum Entspannen oder Erkunden ein. Da kann jeder frei entscheiden. (Der Eintrag zu Ubud folgt separat).

  • Nyepi

Und ein Tag während der Woche war etwas ganz besonderes, Balis Feiertag:

Nyepi – „Day of Silence“ bekannt als Tag der Stille

Was ist das überhaupt? Der offizielle „Tag der Stille“ war am 07. März, dennoch wird dieser Feiertag bereits drei Tage vorher mit Paraden auf der kompletten Insel eingeläutet, wodurch oft Straßen gesperrt waren und der Verkehr noch schlimmer war, als er eh schon ist.

Es hing ein Schild im Surfhaus aus, dass an diesem Tag der Ausgang aus dem Haus verboten sei und wir kein Licht benutzen dürfen. Wie, ernsthaft?! Ach als ob, dachten wir.

Am Abend davor ging eine der Paraden durch Canggu und Umgebung, welche wir uns natürlich aus Neugierde nicht entgehen lassen konnten. Die Parade trägt den Namen

Ogoh Ogoh

in der die Einheimischen mit Trommeln und Glocken durch die Straßen Richtung Strand ziehen. Dabei werden Figuren aus Pappe auf Podesten getragen, die ehrlich gesagt schon etwas unheimlich aussehen. Die Figuren werden am Strand angekommen in Brand gesetzt. Die Parade dient dazu, um böse Geister zu überzeugen, die Insel zu verlassen.

Der „Tag der Stille“ beginnt morgens um 6 Uhr und von da an gilt tatsächlich:

  • das Haus nicht verlassen
  • kein Auto & Roller auf den Straßen
  • kein Lärm
  • kein Licht
  • kein Internet

Wer denkt, dass sind Hirngespinste der irrt sich. Die Fensterscheiben und alles was offen für die Außenwelt ist, wird von innen mit schwarzer Folie abgeklebt. Auf den Straßen läuft eine sogenannte Patrol Polizei, welche Wache führt, ob jemand auf den Straßen ist. Wenn ja, muss man angeblich den Tempel putzen. Mit diesem Vorhaben soll den freigesetzten bösen Dämonen vermittelt werden, dass die Insel quasi unbewohnt ist und die Dämonen dadurch weiterziehen und sich nicht auf der Insel niederlassen.

Das komplette Handynetz wurde abgestellt, Wlan funktionierte in einigen Hotels, unseres war auch abgestellt und sogar der Flughafen ist an diesem Tag lahm gelegt. Am Ende war es interessant so einen Tag miterlebt zu haben und mobiler Detox tut ja jedem mal ganz gut. In diesem Sinne:

Frohes neues Jahr, Bali!

  • Unterkunft

The Escape Hostel

Das Hostel liegt im Herzen von Canggu, ist nicht allzu weit vom Strand entfernt und hat einen Dachterassenpool. In den Zimmern sind jeweils 20 Betten, welche sehr gemütlich sind und jeweils wieder eine Abtrennung hatten. Einen Roller kann man unten vor der Tür direkt mieten oder auch Tickets für seine Weiterreise. Der einzige Minuspunkt hier ist, dass die Klimaanlage viel zu kalt eingestellt ist, brrr.

Sakura Guesthouse

Ein kleines niedliches Gästehaus direkt eine Straße neben dem Surfhaus, somit also auch in Canggu und mitten zwischen Restaurants. Das Zimmer war relativ groß und sauber.

  • Restaurant-Tipps

Die Liste könnte unendlich lang werden, weil fast jedes Café oder Restaurant einen Eintrag verdient aber ich beziehe mich auf meine Favoriten:

  1. Crate Cafe
    – von Burrito, Salat, Smoothie, hier schmeckt einfach alles und die Portionen sind riesig! Alles kostet dort jeweils 55.000 IDR (ca. 3,50€)
  2. Luigis Pizza
    – Die beste Pizza im Ort

3. Sprout Bali
– ein tolles Café zum Frühstücken

4.Kynd Cafe

5. Fins Beachclub / La Brisa Beachclub

Beide Beachclubs sind am Meer gelegen und definitiv einen Besuch wert, wenn man Sonnenuntergänge liebt!

  • Schlusswort

30 Tage Visum hatte ich in Bali, dachte ich, denn bei meiner Flugbuchung habe ich mich verzählt und habe das Anreisedatum nicht beachtet, ups. Die Recherche im Internet ergab schnell: kein Hals und Beinbruch, ich muss am Flughafen „nur“ eine Geldstrafe zahlen. Das am Ende sogar daraus 35. Tage wurden ahnte ich nicht aber dazu später mehr.

Ich mag Canggu, fühle mich angekommen!

Nach meiner Surfwoche kam die Frage auf: wie geht es weiter? Ich möchte doch schließlich Bali mit seinen Orten und die umliegenden Inseln erkunden. Das war mein Plan, so wie ich halt die letzten fünf Monate vorgegangen bin, denn das ist ja auch Sinn der Reise. Ist es das wirklich? Muss ich gehen, nur weil dies mein Vorsatz war und jeder das quasi von einer Backpackerreise erwartet? Die Gedanken haben mich von Tag zu Tag begleitet bis ich irgendwann beschlossen habe, das ich bleibe! Nach dem vielen Reisen habe ich angefangen zu akzeptieren, dass wenn mich ein Ort gefangen hält, das ich bleibe, so wie damals auf Koh Tao in Thailand.

Was soll ich sagen, wie schon gesagt sind aus geplanten 7 Tagen dann 10 geworden, ehe ich die Straße runter ins Hostel gezogen bin und so bin ich einfach mal die kompletten 4 1/2 Wochen in Canggu geblieben. Und es fühlte sich richtig gut an, ich habe mich sowas von wohl gefühlt, dass ich selbst nach den 4 1/2 Wochen mit schwerem Herzen gegangen bin. Der Ort hat für mich einen unbeschreiblichen Charme, es ist voll mit Leuten aber etwas anderes habe ich von Bali nicht erwartet. In den Straßen folgen Cafés über Cafés, Strände über Strände, und eines gemütlicher als das Andere. Für mich ein Wohlfühlfakotor zu 100%.

Man findet in Bali kein einsames Paradies vor und der Verkehr ist erschreckend. Die Insel ist voll mit Touristen keine Frage, Canggu und Umgebung hat nicht die wunderschönsten Strände aber dieser Charme, den der Ort mir vermittelt hat, das ist das was zählt und ich hoffe, dass dieser trotz der Masse noch lange erhalten bleibt!

Ausschlaggebend waren aber am Ende natürlich auch die Leute die ich kennen- und lieben gelernt habe und mit denen Freundschaften entstanden sind. Ich habe zwar 2 1/2 Wochen im Hostel gewohnt, bin aber dennoch jeden Tag für kleines Geld mit der Truppe raus zum Surfen gefahren und habe weiter Unterricht bekommen. Und so verging die Zeit wie im Fluge, die einen reisen ab und wieder neue Leute kommen an. Mittwochs & samstags ging es meistens ins vor Ort bekannte Old Man’s, wo man quasi jedermann wiedertrifft. Und auch drumherum gibt es viele Beachclubs, die tagsüber oder abends zum Verweilen einladen. Ich habe die schönsten Sonnenuntergänge hier erlebt und den oben beschriebenen Verkehr fand ich mittlerweile gar nicht mehr allzu schlimm.

Danke für die schönen Tage/Wochen in denen wir eine unbeschreibliche Zeit zusammen hatten liebe Lisa, Kim, Yvette, Maksud und meine Koreanerin Ji! Einige der Surfjungs gehören natürlich auch dazu.

Anfangs dachte ich mir, dass ich dort niemals auf einen Roller steigen werde, denn so einen schlimmen, kunterbunten Rollerverkehr hatte ich noch nirgends gesehen, Hilfe! Roller haben Vorfahrt, drängeln sich überall durch auch wo kein Platz ist und fahren wie sie wollen. Mein Vorsatz hielt zwei Tage, denn schnell merkte ich, dass man günstig und ungebunden nur mit einem eigenen Roller von A nach B kommt. Umso besser, dass im Surfhaus ein Roller inklusive war und so ging es mitten ins Geschehen. Ab in den Linksverkehr und der Masse nach. Nach 4 Wochen in Bali würde ich mich nun offiziell als professionelle Rollerfahrerin inkl. Mitfahrer bezeichnen. Ich habe einige Unfälle mitbekommen aber auch hier gilt: wer achtsam fährt und für die Anderen mitdenkt, kann unversehrt davon kommen. Und ich muss sagen, dass ich den Roller vermisse und mich schon freue, wenn ich mich wieder auf die zwei Räder schwingen kann.

Achja, eine Frage steht bestimmt noch aus, warum ich meinen Aufenthalt unfreiwillig verlängert habe. Nach 31 Tage hieß es eigentlich Abschied nehmen, doch Canggu wollte mich nicht gehen lassen. Abends um 23 Uhr sollte mein Flug gehen und so musste es kommen, dass ich an diesem letzten Tag einen kleinen Surfunfall hatte und ein Surfbrett von jemanden mit voller Wucht an mein Kopf bekommen hab. Autsch. Mit der nächsten Welle habe ich das Brett dann noch in den Rücken bekommen, das wars für mich, raus aus dem Wasser und hinlegen. Soweit ging’s mir gut außer dem Schock natürlich, denn wenn man im Wasser umhergeschlendert wird tritt kurz etwas Panik auf. Auf der Rückfahrt kamen dann Kopfweh und später Übelkeit.

Na toll und nun?!

Da ich mit etwas Glück meinen Flug stornieren konnte, hat die Vernunft gesiegt und ich bin ins Krankenhaus gefahren, um alles abzuklären. Mit einer leichten Gehirnerschütterung ging es wieder zurück. Doch wo soll ich heute überhaupt schlafen? Es war mittlerweile schon 23 Uhr, ups. Gut das es Onlineplattformen gibt und so habe ich mir für die letzten vier Tage einfach mal zum Abschluss ein Doppelzimmer eines Gästehauses gegönnt. Mit einigen Tagen ruhe und viel Schlaf konnte ich mich gut erholen und mit einigen Tagen Verspätung endlich auf den nächsten Kontinent weiterfliegen. Ab nach Down Under – Australien ich komme!

Wer übrigens denkt, dass man in Indonesien einfach so davon kommt, wenn man sein Visum überzieht -> Fehlanzeige. Ich hatte mich natürlich vorher etwas belesen und so wie es im Internet stand, so war es auch. Pro Tag, den man länger im Land ohne Visum bleibt, muss man mit 300.000 IDR (ca.18,75€) bezahlen, Probleme bei der nächsten Einreise bekommt man bei wenigen Tagen aber nicht.

Tschüss Bali, bis bald!

Bis ganz bald mit meinen Berichten aus Australien, xoxo

 

 

 

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