Yangon, Myanmar (Tag 151)

Eine Zugfahrt die ist lustig eine Zugfahrt die ist schön …

Eine Fahrt mit dem Nachtzug in Asien, genau das stand noch auf meiner To-Do-Liste. Die Besonderheit in Myanmar ist allerdings, dass man das Ticket mindestens fünf Tage im Voraus buchen muss, da diese sonst ausgebucht sind und selbst dann gibt es noch keine Garantie, dass man auch wirklich ein Ticket erhält. Der Nachtteil dabei ist, dass man somit leider sehr unflexibel ist.

Ich habe das Ticket online gebucht und im Anschluss die Bestätigungsmail bekommen. Die offizielle Bestätigung gab es allerdings erst 24 Stunden vor der Abfahrt. Da ich einen Flug am nächsten Tag hatte war mir das alles etwas zu kurzfristig, da ich sonst mit dem Bus hätte fahren müssen aber es hat ja alles geklappt.

Preis: 19,95 €

Für den Preis habe ich mir einen Schlafabteil im Zug gebucht, denn 15 Stunden möchte ich nun wirklich nicht über Nacht sitzen müssen.

Pünktlich eine Stunde vor der Abfahrt war ich an der Bahnstation von Mandalay. Ich weiß nicht was ich erwartet hatte aber irgendwie nicht das was ich vorfand. Das ich angestarrt wurde und weit und breit die einzige Touristin war war nichts neues aber die meisten Einheimischen lagen auf ausgebreiteten Decken überall auf dem Boden verteilt, als würden sie dort schon Stunden ausharren.

Schilder gab es keine, doch schon aber nicht auf englisch. Die Nachfrage bei dem Sicherheitsmann mit dem Gewehr ergab, dass ich am richtigen Bahnsteig bin. Einen freien Platz auf einer Bank fand ich schnell, das interessierte Gestarre über mich ergehen lassen, trudelte pünktlich der Zug ein, falsch, die Eisenbahn.

Wo muss ich denn hin?!

Ich war völlig planlos, auf meinem Ticket standen nicht allzu viele Infos und ausgeschildert war sowieso nicht. Das Gute ist, dass ich mit meinen blonden Haaren und planlosem Gesicht direkt dem Beamten auffiel, der mich dann persönlich in mein Abteil brachte.

Ein Blick in die Kabine verriet, dass ich in ein zweier und nicht in ein vierer Schlafabteil gebucht wurde. Die Nachfrage ergab, dass ich dort sogar alleine sein werde, perfekt.

Bitte schließ dein Abteil doppelt ab

Ungefähr drei verschiedene Männer die dort arbeiten teilten mir mit, dass ich mein Abteil von innen mit beiden vorhandenen Schlössern verriegeln soll. Darunter war der Schaffner und zwei der mitfahrenden Polizisten. Ja es waren wirklich Polizisten an Bord, was ich etwas befremdlich fand aber gut.

Ein Mann aus dem Restaurantabteil fragte wann ich denn essen möchte, gar nicht, denn ich hatte bereits vorher gegessen.

Mit rausgestrecktem Kopf aus dem Fenster rollte die Eisenbahn pünktlich um 17 Uhr los und nahm an Fahrt auf, nicht wirklich aber bei dem Tempo wunderte mich nichts mehr, wieso eine Gesamtzeit von 15 Stunden angesetzt war.

Und so verging die Zeit. Mal fuhren wir langsamer durch die kleinen Städte (welcher wieder mit rumliegenden Müll vollgestopft waren) und mal schneller durch die grüne Natur. Zwischendrin hielten wir an kleineren Bahnhöfen an denen Leute zustiegen. Die Sonne ging unter und es wurde kühler, sodass ich meine Metallscheibe am Fenster runtermachte.

Tja und dann musste ich auf Toilette. Ich ging auf dem Flur wo ich direkt einem Polizisten in die Arme lief, welcher mich zur Toilette brachte und an der Tür wartete, während er mein Abteil im Auge behielt. Beim zweiten Mal war ich gerade am Ende des Ganges als ein Zugestiegener einen freien Platz suchte und in mein Abteil wollte. Ich wollte gerade zurück gehen, als bereits der Schaffner und der Polizist kamen, um den Mann zu vertrieben. Anschließend gaben sie mir ein Vorhängeschloss mit einem Schlüssel und sagten, dass ich mein Abteil beim Verlassen immer von außen verriegeln soll. Etwas komisch kam mir das natürlich vor aber ich wollte mir nicht währenddessen wirre Gedanken machen. Als Toilette findet man übrigens auch hier nur Plumsklos vor.

Richtig gut geschlafen hab ich nicht, denn dadurch das ich die Scheibe des Fensters nicht runterziehen konnte, war es nachts sehr kalt. Es hat gewackelt, geruckelt und war dadurch sehr laut. Irgendwann habe ich mir Kopfhörer in die Ohren gesteckt und so verging die Zeit.

Die Sonne ging auf und 16 Stunden später, um 08:45 Uhr rollten wir dann endlich in Yangon ein.

Was für eine Erfahrung

Vom Bahnhof habe ich dann den Shuttlebus zum Flughafen genommen, doch leider nicht mit allzu großer Vorfreude, denn nachts habe ich eine SMS von der Fluggesellschaft bekommen, dass mein Flug nach Kuala Lumpur eineinhalb Stunden Verspätung haben wird und ich somit meinen Anschlussflug nach Bali verpassen werde.

Am Flughafen habe ich meine letzten Kyats fürs Frühstück ausgegeben und mich dann an den Check-In Schalter gestellt, wo bereits alles für die Leute organisiert war, die ihre Anschlussflüge verpassen und somit konnte ich etwas beruhigter in den Flieger steigen.

Von meinem Erlebnis darüber berichte ich im nächsten Beitrag.

Bis ganz bald xoxo

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