Bagan, Myanmar (Tag 143 – 146)

Bagan ist eine historische Königstadt in Myanmar mit über zweitausend erhaltenen Sakralgebäuden aus Ziegelstein. Der von Tempeln bestandene Bereich erstreckt sich über 36 km2 in einer versteppten Landschaft und bildet eine der größten archäologischen Stätten Südostasiens. (Quelle: Wikipedia)

Beim Einreisen muss ein Ticket erstanden werden, welches einem erlaubt das Gebiet von Bagan zu „betreten“.

Preis: 25.000 MMK (ca. 15 €) & ist fünf Tage gültig

  • Transport

Von Ngapali Beach ging es mit dem Bus weiter Richtung Bagan. Eine Direktverbindung gibt es noch nicht und so mussten wir aus einem eigentlich nur 12 Stunden Fahrtweg 21 Stunden und einmal umsteigen in Kauf nehmen, naja was soll’s.

Früh morgens ging es mit dem diesmal weniger komfortablen Bus los. Der Weg führte durch die Berge inkl. gefühlt 1000 Kurven und zig Schlaglöchern. Da wir die Fenster aufgrund der mangelnden Klimaanlage offen halten mussten war eine Staubvergiftung inklusive. Immerhin blieb unser Magen dem ganzen standhaft und nur die Einheimischen haben in die vorher verteilten Plastiktüten gespuckt.

Interessant fand ich, dass wir während der Fahrt an zwei Stützpunkten vorbeikamen, wo unsere Pässe (auch der der Einheimischen) der Polizei vorgelegt werden mussten und uns erst danach die Schranke zum weiterfahren geöffnet wurde. Vorher ist der Polizist aber nochmals durch den Bus gegangen, um nach illegalen Mitfahrern zu schauen.

Aufgefallen ist uns auch, wie abhängig die Einheimischen von verschiedensten Drogen sind. Die Frauen schnüffeln an Limetten oder Orangenschalen und die Männer laufen durchgehend mit einem roten Mund durch die Gegend, was einen nach der Zeit nur noch an ekelt, denn es ist nicht nur der rote Mund. Es handelt sich hierbei um die „Beetelnut“, welche mit Kalk eingerieben und in ein grünes Blatt gewickelt und so in den Mund gesteckt wird. Angeblich wird davon der Mund taub und bewirkt eine beruhigende Wirkung, nur schlucken darf man das ganze nicht, da man sonst nicht schlafen kann. Aus diesem Grund wird das gekaute überall hingespuckt oder auch in Plastikflaschen gelagert. Was wir anfangs noch interessant fanden, fanden wir dann einfach nur noch eklig, wenn man es alle fünf Minuten zu Gesicht bekommt.

Nach 10 Stunden Fahrt sind wir endlich in Pyay angekommen, wo wir eine halbe Stunde Zeit hatten, um etwas zu essen.

Weiter ging es mit einem Minibus. Caro und ich waren auch hier die einzigen Touris, kein Problem. Ich hatte meinen Platz vorne rechts und konnte mir die Zeit mit rausgucken vertreiben. Hätten wir nicht jede Stunde eine Pause von 15 Minuten gemacht wären wir auch sicher viel früher am Ziel angekommen. Das Highlight war allerdings, dass der Fahrer meinte um 23 Uhr Gebetschöre übers Radio anzumachen und in was für einer Lautstärke. Das ganze ging 3 Stunden, geil.

Um 2 Uhr kamen wurden wir zwei mitten im Nichts, kurz vor Bagan ausgesetzt, wo komischerweise schon ein Taxi wartete. Das Hostel hatte mir vorher mitgeteilt wie viel eine Fahrt ca. kostet und somit mussten wir erst noch handeln. Am Ende ging es uns um 1.000 MMK ums Prinzip, nicht viel für uns, aber wieso soll man bewusst mehr bezahlen. Als der Fahrer dann noch meinte, wir sollen uns nicht so anstellen, wir kommen doch schließlich aus Europa und haben das Geld fiel uns nichts mehr ein. Hat er das grad wirklich gesagt? Da es allerdings mitten in der Nacht und weit und breit niemand in der Nähe war blieb uns nichts anderes übrig, als mitzufahren. Die Kinnlade blieb dennoch unten.

  • Tempel

Zugegeben, wer online nach Bagan sucht, dem wird zu 99 % ein Bild angezeigt, auf welchem Heißluftballons und eine Tempellandschaft zu sehen sind. Tagsüber ist es unmöglich die Gegend zu erkunden, da es 38 Grad im Schatten sind, die Temperaturen in der Sonne kann man somit also erahnen. Erkunden ist also nur morgens/vormittags oder erst wieder nachmittags möglich.

Auf Googlemaps habe ich mir einige Tempel rausgesucht und so sind wir zum ersten gestartet. Aber ganz ehrlich, einfach auf den Roller schwingen und losfahren, dann kommen Tempel über Tempel nacheinander von ganz alleine. Doch für die bekannteren ist diese Vorgehensweise dann doch hilfreich.

Angekommen bei unserem ersten Tempel waren wir zuerst geschockt, kaum um die Ecke gebogen begrüßte uns eine reine Müllhalde. Sind wir hier doch falsch? Nein natürlich nicht aber nun gut, wenn die Einheimischen so weiter machen, dann wir in einigen Jahren nicht mehr viel von ihrer heiligen Stadt übrig bleiben. Kopfschüttelnd sind wir weiter gefahren und das lustigste an dieser Sache ist, dass im Hostel ein Schild aushing, dass zum Müllsammeln aufgerufen hat. Normalerweise unterstütze ich solche Aktionen mehr als gerne aber hierfür muss es auch erst bei den Einheimischen klicken, denn ich sammle nicht deren Müll auf, den sie bewusst überall hinschmeißen.

Tempel über Tempel, die Tour ging weiter. Mittlerweile ist es fast nirgends mehr erlaubt, die Gebäude zu erklimmen oder zu betreten und so fahren tatsächlich welche Streife, die ein Auge darauf haben, denn wer erwischt wird, muss eine Strafe zahlen. Etwas skurril ist es schon, dass man keine zwei Minuten um den Tempel rumgeht und schon ein Motorrad angefahren kommt.

Ich war nach drei Stunden dann doch relativ schnell gelangweilt, am Ende sieht dann doch viele ähnlich aus. Wirklich toll fand ich die Aussicht zum Sonnenuntergang, wo wir bei einem Tempel waren, den man noch erklimmen darf. Ich habe mich allerdings für den Kleinen entschieden, da mir der Rest zu heikel und steil war (ich möchte schließlich noch bisschen reisen).

Zum Pflichtprogramm gehört der Sonnenaufgang und so hat der Wecker um 5 Uhr geklingelt. Quasi mitten in der Nacht ging es mit dem Roller über buckelige Feldwege zum bekannten, nicht allzu überlaufenen Tempel. Hinaufgeklettert und warten. Es war übrigens sowas von kalt, die Temperaturen kühlen hier nachts runter auf 16 Grad, nicht wirklich kalt aber im Verhältnis zum Tag friert man hier.

Und dann ging es los. Nach und nach wurde der Himmel roter und die Sonne ging auf. Gegen 6:40 Uhr stieg der erste Heißluftballon in die Luft, insgesamt habe ich 20 Stück gezählt, welche nach und nach über unsere Köpfe flogen. Wir saßen einfach nur dort und haben das Spektakel genossen. Das frühe aufstehen hat sich gelohnt. Gegen 7:30 Uhr waren wir wieder im Hostel, konnten frühstücken und uns wieder ins Bett legen.

  • Unterkunft

Ostello Bello Bagan Pool

Das Hostel liegt in „Neu-Bagan“ an der Hauptstraße, wo der Verkehr aber relativ ruhig ist. In der Umgebung sind diverse Restaurants zu finden. Die Zimmer an sich waren sehr gemütlich, aufgrund des Personals kann ich das Hostel allerdings nicht weiterempfehlen. Dieses war einfach nur unfreundlich, frech und zu guter Letzt sollte ein Hostel meiner Meinung nach für seine Backpacker gute Preise anbieten. So wird auf den Rollerverleih direkt neben dem Hostel verwiesen, der Roller kostet hier 5.000 MMK (ca. 2,90 €), auf der anderen Straßenseite wiederum nur 4.000 MMK (ca. 2,30 €). Geht man 100 Meter die Straße entlang erhält man sogar einen Preis von 3.000 MMK (ca. 1,70 € ohne Handeln), genauso betrifft es die Touren. Bustickets sind außerhalb des Hostels viel günstiger genauso die Getränke vor Ort sind vierfach so teuer wie in einigen Restaurants.

Zum Schluss muss auch noch erwähnt werden, dass einem nach der online Buchung eine automatisierte Email zugeht in der aufgelistet ist, dass man bei Ankunft in der Nacht eventuell früher ins Zimmer kann (und nur 50 % des Zimmerpreises zahlen muss), falls verfügbar oder man sonst im Aufenthaltsraum schlafen kann. Wir kamen statt um 4 Uhr bereits um 2:30 Uhr im Hostel an wo uns bereits das Nachtpersonal begrüßte und uns mitteilte, dass wir in ein Zimmer können aber für den vollen Preis, hä?

Nö, dann schlafen wir im Aufenthaltsraum.

Dies war dann plötzlich verboten. Englisch konnte auch wieder niemand. Wir einigten uns darauf das Zimmer zu buchen und über den Rest morgen mit jemand anderen zu besprechen. Soweit so gut. Am nächsten Morgen sollten wir immer noch den vollen Preis zahlen, da der neue Tag angeblich erst um 4 Uhr anfängt und nicht wie überall auf der Welt um 12 Uhr, entgegen kam uns hier niemand, obwohl ich die Aussage mit dem halben Preis schriftlich per Email hatte.

Naja am Ende bleibt einem nichts anderes übrig als zu Zahlen und überall eine schlechte Bewertung dazulassen. Und am Ende gehts nur um einige Euros aber dennoch ums Prinzip, man muss sich ja nicht bewusst abziehen lassen, vor allem nicht, wenn man mit einem Budget reist.

  • Restaurant-Tipps

The Moon – Be kind to animals

Eine vegetarisches Restaurant, relativ versteckt in einer Nebenstraße und nur durch Zufall im Internet gefunden. Das Lokal ist sehr gut besucht und bereitet leckeres Gerichte vor.

  • Schlusswort

Ich habe hier einige Tage zum Entspannen genutzt, auch um meine wiederkehrende Erkältung loszuwerden. Einige Ereignisse haben mein Bild von Myanmar getrübt und ich war froh, dass ich dann weitergereist bin. Wer in dem Land ist muss die Stadt gesehen haben aber dennoch würde ich kein zweites Mal hierher kommen, denn ich weiß, dass es von der Dreistigkeit/Abzockerei in der nächsten Zeit immer schlimmer werden wird, was sehr schade ist. Nicht nur ich habe so empfunden, sondern auch viele Andere, genau so wie der Erfahrung mit dem Hostel.

Dennoch ein einzigartiges Erlebnis und ich bin schockiert, wie kalt es nachts doch wird.

Übrigens: kann man hier nur E-Roller mieten, alles andere ist für Touristen verboten. Die Erfahrung war wirklich lustig, denn die Dinger sind ja sowas von ruhig.

Weiter gehts etwas weiter in den Norden.

Bis ganz bald xoxo

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